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Bahnhöfe
Die Bahnhofsgebäude entlang der Vinschger Strecke sind ein kulturelles Denkmal der besonderen Art. Im Zuge der Reaktivierung der Bahnlinie wurde darum unter Federführung des Amtes für Denkmalschutz die Ensembles mustergültig restauriert.
Die Bahnhofsgebäude im Vinschgau entstanden im Jahre 1906 aus dem Baukastenprinzip des Architekten Flattich. Auch wenn jeder Bahnhof in Größe und Anordnung verschieden ist, so wiederholen sich einige wenige grundlegende Elemente und geben eine homogenes Erscheinungsbild, welches die Bahnlinie charakterisiert. Solche Baukastensysteme fanden in ganz Österreich-Ungarn beim Bahnbau Anwendung: die Brennerbahn und die Pustertalbahn bilden beispielsweise ein einziges architektonisches Ensemble. Während aber in Österreich viel Bahnhöfe in den 60er- und 70er-Jahren umgebaut und modernisiert wurden, blieben auf der Südseite der Alpen mangels Investitionen die alten Anlagen meist vollumfänglich erhalten.
Im Zuge des Wiederaufbaus der Vinschger Bahn wurde dieser industriearchitektonische Schatz mustergültig restauriert. Es wurden spätere Zubauten abgebrochen (Bahnhof Mals), Türen und Fenster an ihre ursprüngliche Stelle gebracht und alte Farbgebungen wieder hergestellt. Die Bemalung in Rot und Grün ist charakteristisch für die damalige Zeit, sie ist beispielsweise auch bei einigen Wohnhäusern zu finden (bei Glurns). Die Interieurs wurden restauriert und als Wartesäle adaptiert, während in einigen Bahnhöfen Barbetriebe untergebracht wurden, welche sich regen Zuspruchs erfreuen. Soweit möglich, wurden die nun nicht mehr für das Bahnpersonal benötigten Dienstwohnungen vermietet. Zu erwähnen ist, dass die STA (Südtiroler Transportstrukturen AG) als Bauherrin nur die für den Bahnbetrieb notwendigen Haltestellendächer und Bahnsteige errichtete, während die Gemeinden zusammen mit dem Landesdenkmalamt die Renovierungen der Bahnhofsgebäude selbst durchführten.
Mit der Renovierung der Vinschger Bahnhöfe wurde ein bedeutender Schritt zur Erhaltung von Kulturgut getan. Die Schönheit der Ensembles aus der Jahrhunderwende hat auch in unserer Zeit einen festen Platz in der Landschaft des Vinschgaus.
